Montag, 11. April 2011

Kultur und Co.

Sonntag habe ich das erste Mal "fränkisch" gegessen. Naja, richtig fränkisch war es vielleicht nicht, es war vegetarisch; aber ich habe trotzdem einen guten Eindruck davon bekommen, warum hier so viele, auch jüngere, Menschen extrem dick sind. In Leipzig ist mir das nie aufgefallen. Vielleicht liegt das aber gar nicht nur am fettigeren Essen, sondern daran, dass insbesondere die Mädels hier dennoch "hübsch" sein wollen und dementsprechend mit dem Modetrend -zur Zeit Leggins und Schlabberpullis- mitgehen. Zurück zum fränkischen Mittag, Spätzle-Pilzpfanne. Im Schwäbischen wäre sicher allein an meinem Gericht ein Becher Sahne weniger gewesen, hier jedenfalls lag mir das Essen quer im Magen. Beim Mittagessen mit meinem Kollegen heute stelle ich fest, dass sicher alles gesünder ist als das fränkische Essen, sogar die Thüringer Rostbratwurst ist "leichte Kost" gegen diese unglaublichen Kreationen. Schon mal Schäufele gegessen? (Wie bei der Schweinshaxe ist dort auch noch die Fettschwarte am Stück Fleisch, buah!) Also ich bleib bei meinem Ökoessen und koche daheim oder esse in der Mensa- bisher hab ich dort noch nichts fränkisches gesehen.
Mit Patrick (meinem irischen Kollegen) habe ich Freitag abend bei ein, zwei Feierabend-Drinks über Nürnberger Kultur geredet. Er lebt zwar schon seit 2 Jahren in Nürnberg, dennoch kennt er sich da nicht so gut aus (und so muss ich die Kultur wohl selbst entdecken, denn wen anders kenn ich in Nürnberg noch nicht). Patrick geht nicht ins Theater oder Kino; nicht weil er ein Kulturbanause ist, sondern weil er einfach nicht viel verstehen würde. Nach dem ersten Cocktail gibt er zu, dass er jetzt lieber englisch reden würde. Meine Chance- nur, mein erster Cocktail ist auch schon leer. Was solls. Ich merke in dieser Woche immer wieder, wie glücklich ich mit der neuen Situation bin: ich hab eine tolle Abteilung, die Möglichkeit hin und wieder englisch zu sprechen und meine emails korrigieren zu lassen, und einen Peer, der zwar jetzt schon verdammt viel arbeitet, aber ein "guter" Mensch ist; es hätte mich schlimmer treffen können.
Dennoch überkommt mich hin und wieder die Sehnsucht, ich merke wie ich mehr oder weniger unbewusst vergleiche: Was, ich soll 500 Euro für eine Wohnung ausgeben? Der Kaffee kostet hier im Starbucks 10 cent mehr, Frechheit! und manchmal denke ich an eines der vielen schönen Erlebnisse in Leipzig, an meine alte Abteilung, an meine Freunde.

1 Kommentar:

  1. Ich freue mich sehr, dass du mit deiner neuen Situation glücklich bist! Gibts noch nichts Neues wieder vom Nürnberger Arbeitsmarkt?
    Ja, Leipzig ist schon toll! Ich denk auch oft dran. Mit Freude darüber, dass ich eine so tolle Zeit dort hatte mit so lieben Freunden :)

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